/la-cree/de/geschichte/leftColumnParagraphs/0/image/logoGeschichte.gif

Am Anfang war das Burgund.

Auf dessen sanften Hügeln mit der kalkigen Erde gedieh der beste Wein; nachts war es schön kühl, und am Tag, da schien die Sonne. Gott wusste das und lebte in Frankreich.

Auch die alten Römer wussten das. Sie brachten vitis vinifera, die Mutter aller Weintraubensorten, in’s Land der Gallier und besetzten es. Santenayum war geboren.

Der Durchzug einiger Barbarenstämme im 5. Jahrhundert beschleunigte zwar den Untergang des Römischen Reiches, ermöglichte im Gegenzug jedoch die Inbesitznahme des Burgund durch die eigentlichen, die echten sogenannten Burgunden, mit deren Burgunder Weinen, Burgunder Schnecken und Burgunder Königen. Es kamen und gingen in der Folge die Merowinger, Karolinger, Kapetinger, bis auch jene schliesslich das Handtuch werfen und sich der französischen Krone unterstellen mussten.

Gott lebte weiterhin in Frankreich.

Im Mittelalter waren es Klosterbrüder und Ordensschwestern, gute Christenmenschen mit tiefem Glauben und tiefroten Nasen, die hier in meditativer Hingabe Gottes Stimme lauschten. Und diese wies sie an, himmlischen Nektar zu keltern – den Burgunder Wein, wie ihn die Könige liebten, die Kirchenfürsten und die Grossherzöge.

Der heutige moderne Weinbau ist ihr Werk. Also - indirekt - das Werk Gottes. Das Wissen um die spezielle Bodenbeschaffenheit und um das örtliche Mikroklima, welche beide die unendliche Vielfalt der Weine und deren unterschiedlichen Charakter ausmachen, basiert genauso auf ihren Erkenntnissen, wie die bis heute gültige Klassifizierung der verschiedenen terroirs in Lagen und Crus.

Das Château de la Crée gehörte im 15. Jahrhundert zu den Ländereien und Gütern, die Nicolas Rolin für seinen Privatbesitz aquirierte.Er war Kanzler unter dem Duc de Bourgogne Philippe le Bon, der sich seinerseits le seigneur des meilleurs vins de la chrétienneté nannte. Rolin war mit seiner Frau, Guigone de Salins, Stifter und Erbauer des Hôtel-Dieu in Beaune, jener weltbekannten karitativen Institution zwischen Weinhandelsunternehmen und Krankenhaus: Mit der Bewirtschaftung der stiftungseigenen Weinberge und der alljährlichen Versteigerung der frisch gekelterten Weine im November finanzierte sich die Pflege der mittellosen Kranken, die im Hôtel-Dieu Aufnahme fanden. Dafür waren die Armen verpflichtet, den Rest ihrer Tage betend für das Seelenheil der Wohltäter zu verbringen.

Bereits zu jener Zeit wurde im Château de la Crée Wein produziert. Davon zeugen Einrichtungen, die während des Umbaus zu Tage traten, wie jener längliche Trichterstein, der im Fussboden des heutigen Salons über dem Fasskeller eingelassen war. Er diente dazu, den abgepressten Most vom ebenerdigen Gärlokal in die Fässer im Keller zu leiten.

In der Zeit der französischen Revolution vermutlich zerstört, gebrandschatzt oder abgerissen, wurde das Château de la Crée im 19. Jahrhundert in seiner heutigen Form mit den beiden tourelles links und rechts des zentralen Hausteiles erbaut. Einzig die Gewölbekeller stammen aus dem 15. Jahrhundert und dienen noch heute der Lagerung und dem Ausbau unserer Weine in Eichenfässern.

Das nebenstehende Foto zeigt die Neupflanzung der Reben nach ihrer Zerstörung durch
Phylloxera, gepfropf auf resistenten Wurzelstöcken im Château de la Crée, nach 1900.

Im Jahr 2004 wurde das Château de la Crée mit seinem Park und dem dazugehörenden 1,4 ha grossen Rebgarten «Clos du Château» von Nicolas und Béatrice Ryhiner übernommen. Das Weingut wurde reanimiert und ausgebaut zum heutigen Domaine du Château de la Crée, welches gegenwärtig 9 ha Rebland in 7 verschiedenen Dörfern der Côte de Beaune bewirtschaftet und 16 verschiedene Weine produziert.

Das Wohnhaus wurde einer Totalsanierung unterzogen und den heutigen Anfordernissen entsprechend ausgebaut. Es ist das Stammhaus und dient als Veranstaltungsort für Seminare, Familienfeste, Events und Bankette. Das Château kann gemietet werden.